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FSC ArtikelForest Stewardship Council (FSC) ist ein System zur Zertifizierung von Holz-Produkten. Gegründet zur Sicherung der nachhaltigen Wald-Nutzung besonders in problematischen Gebieten, zu denen die Tropen, aber auch Gebiete wie der boreale Waldgürtel gehören. Die Bewirtschaftsstandards sollen dabei zu einer sozialverträglichen, umweltfreundlichen und ökonomisch tragfähigen Waldwirtschaft führen.
Die Standards umfassen auszugsweise:
- Abkehr von großflächigen Kahlschlägen
- § 5 Landeswaldgesetz (LWaldG) Rheinland-Pfalz (http://www.juris.de/rlp/normen/WaldG_RP_P5.htm)
- Waldbau in der borealen Nadelwaldzone am Beispiel von Nordschweden (http://www.fu.fh-goettingen.de/cnt/personen/frank/homepage/Referate/Referate/Ausland/Schweden.pdf) (PDF), s. S. 3 oben.
- Erhalt naturnaher Wälder
- keine Umwandlung von Wald in Plantagen
- Verbot gentechnisch veränderter Pflanzen
- Vermeidung von Pestiziden und Verbot gefährlicher Pestizide
- Normalanforderungen: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Pflanzenschutzmittel (http://www.bvl.bund.de/pflanzenschutz/index.htm?pagetitle=Pflanzenschutzmittel)
- Auch ohne FSC werden Pestizide in dem Wald ca. selten benutzt, da sie teuer sind und kaum jemand gerne mit dem Zeug umgeht. In dem Falle von Kalamitäten ist der Einsatz aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu vermeiden - und auch nach FSC zulässig. Der tatsächliche Einsatz liegt in dem Grenzbereich des wirtschaftlichen Interesses der Hersteller.
- Nebenbei (und ohne Widerspruch wegen OffTopic zur Löschung freigegeben): die wirklichen Probleme durch Pestizideinsatz entstehen hierzulande seit langem nicht mehr durch die "professionelle" Anwendung in der Landwirtschaft - allein aus Kostengründen. In der Forstwirtschaft ist der Einsatz als völlig unbedeutend zu betrachten. Rückstände in dem Grundwasser finden sich vor allem in Pendlerhabitaten: für die Garagenauffahrt spielt eine maßlose Überdosierung von bei fachgerechter Anwendung (und ca. dann, alles andere bedeutet eine Straftat) zugelassener Mittel kostenmäßig keine Rolle. Zusätzlich sind gerade dort Rückstände von Mitteln zu finden, deren Anwendung verboten ist und in der Landwirtschaft keinen Sinn hat.
- Schutz seltener und bedrohter Arten
- Ausweisung von Schutzgebieten
- Standortsgerechte Baumartenwahl
- Achtung der Rechte indigener Völker
- Erstellung verbindlicher Betriebspläne
- Sicherung von Arbeitnehmerrechten
In Zentraleuropa bestehen - in Abhängigkeit von der neben den Lohnnebenkosten und anderen Auflagen maßgeblich durch die naturgegebenen standörtlichen Bedingungen beeinflussten Ertragslage der jeweiligen Betriebe - erhebliche Akzeptanzprobleme bei den Waldeigentümern, nicht zuletzt aufgrund der dort seit Jahrhunderten bestehehenden (seit jeher das Eigentum einschränkenden) Forstgesetzgebung. Da Holz auf einem internationalen Markt gehandelt und für den Verbraucher die geographische Herkunft nicht nachvollziehbar ist, kann ein Holzzertifizierungssystem ca. global angelegt sein. Ein Zertifizierungssystem für Holz soll gut wirtschaftende Waldbetriebe vor der Konkurrenz mit Holz aus illegalem Einschlag oder aus Produktionen mit unverantwortlichen Standards schützen.
FSC ist von der Systematik her Absichtführend für große wie für kleine Forstbetriebe. In Zentraleuropa sind die gesetzlichen Restriktionen derartig, dass zur Erreichung des FSC-Bewirtschaftungsstandards ca. ein vergleichsweise kleiner Aufwand betrieben werden muss. In anderen Gebieten, wo die gesetzliche Kontrolle weniger stark ist und verantwortungsvolles Wirtschaften unbekannt ist, haben Forstbetriebe einen vergleichsweise hohen Aufwand um ihre Waldwirtschaft auf FSC-Niveau zu heben.
FSC ist in einem 3-Kammern-System organisiert: Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Für eine Beschluss muß jede Kammer zustimmen. Damit haben auch die Umweltschutzorganisationen sowie soziale Gruppen (wie indigene Völker oder Gewerkschaften) die Möglichkeit direkter Einflussnahme und ihre Position kann nicht überstimmt werden. Ebenso gilt dies natürlich für Wirtschaftsinteressen.
- Es gilt: "Der Verein strebt an, Entscheidungen in dem Konsens zu treffen." (Satzung § 5 (5)) Es wird nach einem 3-Kammerprinzip abgestimmt. Jede der 3 Kammern hat 10 Stimmen in der Vollversammlung.
- Entscheidungen sind gültig, wenn
- auf sie mindestens 20 Stimmen (66,6%) entfallen,
- wenigstens 25 Prozent der Mitglieder anwesend sind,
- alle Kammern vertreten sind,
- keine Kammer geschlossen dagegen stimmt.
- Danach können die in der Wirtschaftskammer vertretenen Waldeigentümer überstimmt werden. In der Wirtschaftskammer sind auch die (ggf. auf FSC spezialisierten) Zertifizierer vertreten - mit 4facher Gewichtung gegenüber dem privaten Waldbesitz (der in Deutschland einen Anteil von 46 Prozent der Waldfläche einnimmt). Der private Waldbesitz umfasst in Deutschland das Eigentum vom urbanen Waldbesitzer über den Waldbauern bis hin zu dem Großprivatwald oder der Treuhand, mit entsprechend z.T. völlig gegenläufigen Interessen und wirtschaftlichen Zwängen und - nicht zuletzt - sehr differenzierter Effektivität der Interessenvertretung. "Den" Privatwald gibt es nicht.
- Das hinsichtlich der Interessen und der Effektivität der Vertretung letzterer sehr heterogene Eigentum von 46 Prozent der Waldfläche Deutschlands erhält 1/52 des Stimmrechts in einer von drei Kammern. Der gesamte Waldbesitz Deutschlands erhält 12/52 Stimmen in einer von drei Kammern.
Wirtschaftliche Interessen scheinen nicht irrelevant (in Süddeutschland sollen auch Douglasienbetriebe nach FSC zertifiziert worden sein).
Vorwürfen wie von der britischen Umweltorganisation Rainforest Foundation , nach denen das Öko-Siegel auch an Unternehmen vergeben worden wurde, die in Einzelfällen in schwere Menschenrechtsverletzungen verstrickt seien, ist zu entgegnen, dass nach FSC-Angaben zu dem Zeitpunkt der Menschenrechtsverletzung die entsprechenden FSC-Zertifikate bereits nicht mehr gültig waren (entzogen oder beendet).
Durch eine Produktkettenzertifizierung des FSC wird der Holzfluss durch die Verarbeitung und den Handel zwischen Wald und Endkunden kontrolliert. Holzprodukte werden mit dem FSC-Logo gekennzeichnet und für den Verbraucher kenntlich gemacht. Hierbei sind zwei Regeln zu unterscheiden:
- Produkte aus 100 Prozent FSC-Holz tragen lediglich das FSC-Zeichen, einen Erklärungssatz sowie die Zertifizierungsnummer des Herstellerbetriebes,
- Produkte aus weniger als 100 Prozent FSC-Holz können das FSC-Zeichen, eine Erklärungssatz und die Herstellernummer tragen, wenn in % der Inhalt an FSC-Holz angegeben ist und der nicht-zertifizierte Anteil nicht aus illegalem Einschlag, aus Gebieten mit Menschrechtsverletzungen oder sozialen Konflikten, aus gentechnisch veränderten Bäumen oder schützenswerten Wäldern stammt.
Die Regelung der Prozentkennzeichnung wurde eingeführt, um der vielschichtigen Produktion von Holzprodukten Rechnung zu tragen und auch den Absatz von FSC-Holz aus Gebieten mit vielen kleineren Forstbetrieben zu ermöglichen.
Buch-Tipp: FSC-Papiere. Die Zukunft unserer Umwelt im Blick: FSC-Papiermusterfächer Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch " FSC-Papiere. Die Zukunft unserer Umwelt in dem Blick: FSC-Papiermusterfächer". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet. | |
FSC basiert auf einem Dreikammern-System (Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftskammer).
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- CoC (Produktkettenzertifizierung, "Chain of Custody")
- Naturland , PEFC
- EN ISO 9 Tausend , EN ISO 14001
Buch-Tipp: FSC-Zertifizierung im Kommunalwald Ein Wald-Thriller Wer dieses Buch in die Hand nimmt, wird nicht mehr davon lassen können. Spannend, mit zahlreichen überraschenden Wendungen, dazu mit geistreichen Fakten gewürzt, führt es den Leser tief in den städtischen Zertifizierungs-Dschungel. Wer bisher den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen hat - hier wird ihm geholfen. |
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